Zugegeben, der Unfall ereignete sich etwas außerhalb des Bereichs, über den MEINREVIER berichtet, aber dennoch erscheint dieser Erlebnisbericht hier.

Am Freitag war ich beim Arzt. Danach musste ich noch zur Apotheke. Es war schon nach 18 Uhr, deshalb musste ich schon in die Innenstadt, oder zum Bahnhof fahren, um noch eine offene Apotheke zu finden. Ich befand mich also auf der Rolandstr. und fuhr Richtung Innenstadt. Gerade hatte ich die Straßenseite vom linken auf den rechten Bürgersteig gewechselt, und fuhr wieder Richtung Overwegstr. Von der Overwegstr. kamen zwei oder drei Autos aus Richtung Innenstadt, die links in die Rolandstr abbogen. Ich konnte natürlich die Ampelschaltung auf der Overwegstr. nicht sehen, gehe aber davon aus, dass die Ampel für Linksabbieger auf grün geschaltet war, gerade weil die Autos auf der Linksabbiegerspur erst an der Ampel gehalten hatten. Für Linksabbieger gibt es auf der Overwegstr. eine extra Spur, und auch ein extra grünen Pfeil auf der Ampel.

Als die Ampel für Linksabbieger höchstwahrscheinlich grün zeigte, fuhren die Autos dort los, und bogen in die Rolandstr. ein.

Ebenfalls aus Richtung Innenstadt kam ein Elektroroller angerollt. Häufig, so auch hier, wurde der Elektroroller von zwei Personen genutzt, vorne der männliche Fahrer, und hinten dahinter fuhr noch ein Mädchen mit. Erlaubt ist das zwar nicht, sieht man aber immer wieder. Der Elektroroller wurde auf dem Bürgersteig genutzt, was auch nicht ganz koscher ist. Koscher ist dabei das Stichwort, denn bei dem Lenker des Elektrorollers handelte es sich um einen Migranten, der aber ein gutes Deutsch sprach, während das Mädchen hinter ihm eine Deutsche gewesen sein dürfte.

Der Elektroroller kam zwar aus Richtung Innenstadt, befuhr aber den Bürgersteig auf der Seite, wo früher die Polizeiwache und das Schwimmbad waren. Die Lichtzeichenanlage für Fußgänger über die Rolandstr. war zweigeteilt. Es gab also eine kleine Verkehrsinsel, die sich zwischen der Fahrrichtung Musiktheater und Fahrrichtung Wilhelminenstr. befand. Die Ampelschaltung für Fußgänger ist dort aus meiner etwas ungünstig.

Zunächst wird der erste Teil der Fußgängerampel grün. Sekunden später wird auch der zweite Teil der Fußgängerampel grün. Dann springt der zweite Teil der Fußgängerampel wieder auf rot, während der erste Teil der Ampel weiterhin grün zeigt. Der Teil der Fußgängerampel, Richtung Innenstadt ist also deutlich länger grün, als der zweite Teil der Fußgängerampel,, die nur kurz grün zeigt, weil die Autofahrer auf der Overwegstr. zum Linksabbiegen den grünen Pfeil bekommen. Wenn die Ampel den grünen Pfeil zeigt, dann darf natürlich die Ampel  für Fußgänger an der Rolandstr. kein grün mehr anzeigen.

Die Autofahrer rechneten natürlich nicht damit, dass der ebenfalls von links kommende, auf auf dem Bürgersteig fahrende Elektroroller, über die rote Fußgängerampel auf der Rolandstr. fahren würde, und dass der erste Teil der Fußgängerampel zwar grün für Fußgänger zeigte, werden die Autofahrer ebenfalls nicht gesehen haben. Von meinem Blickwinkel aus, konnte ich weder die tatsächliche Ampelschaltung für die Autofahrer sehen, noch den erste Teil der Fußgängerampel über die Rolandstr. Nur das Rotlicht der zweiten Fußgängerampel auf der Rolandstr. war für mich einsehbar.

Der Fahrer des Elektrorollers fuhr also über die beiden Fußgängerampeln, wollte aber offenbar nicht weiter über die Overwegstr. fahren, sondern vermutlich seinen Weg auf dem Bürgersteig der Rolandstr. fortsetzen. Deswegen fuhr er auch nicht im Winkel von 90 Grad, also streng geradeaus über den Ampelbereich, sondern fuhr mehr Richtung links über den zweiten Teil der Fußgängerampel. Neben der etwas ungünstigen Ampelschaltung des zweiten Teils der Fußgängerampel könnte das ein weiterer Grund dafür gewesen sein, dass der junge Fahrer des Elektrorollers das Rot der Fußgängerampel vielleicht nicht registriert hat.

Auf der Rolandstr., Richtung Feldmarkt/Hessler kam es dann zu dem Unfall zwischen dem ersten abbiegenden Auto, und und dem Elektroroller. Der Elektroroller wurde von dem PKW erfasst, aber er war wohl dennoch völlig unschuldig an diesem Unfall. Das zeigt sich aus meiner Sicht auch an dem Schaden am Auto. Zwar war der Elektroroller nicht seitlich ins Auto gefahren, sondern die Stoßstange des Autos war beschädigt, aber ganz auf der linken Seite, also der Fahrerseite des Fahrzeugs. Das zeigt auch, dass der Fahrer überhaupt keine Möglichkeit mehr hatte durch eine Bremsung den Unfall zu verhindern.

Da der Elektroroller nicht ganz gerade über den zweiten Teil der Fußgängerampel gefahren war, sondern etwas in Richtung links abdriftete, wurde er von dem Auto nicht verletzt, aber das hinter ihm auf dem Roller stehende Mädchen, und den Roller selbst, hat es erwischt. Dummerweise landete das Mädchen teilweise unter dem Auto und auch der Roller landete etwas unter dem Auto, wodurch das Mädchen vom Auto und Roller etwas eingequetscht wurde.

Das Mädchen hatte ziemlich laut geschrien. Ob die Schmerzen wirklich der Grund dafür waren, oder vielleicht auch der Schreck, kann natürlich nicht gesagt werden. Ich habe sofort die 112 angerufen, und den Unfall gemeldet. Die Feuerwehr hat dann auch noch die Polizei informiert, die noch vor dem Unfallwagen eintraf.

Aus der Sicht eines Rettungssanitäters war das Verhalten der Beteiligten jetzt vielleicht nicht optimal, aber das kann ich nicht hundertprozentig bestätigen. Sowohl der Fahrer des Elektrorollers, als auch der Autofahrer wollten natürlich das Mädchen aus der missliebigen Situation befreien. Das ist zwar nachvollziehbar, aber vielleicht doch nicht immer richtig, gerade wie es ablief.

Der Junge versuchte nicht nur das Mädchen unter dem Auto wegzuziehen, während der Autofahrer sein Fahrzeug etwas zurücksetzte. Aus meiner Sicht ein gewagtes Unterfangen, was zwar gut ging, aber vielleicht auch negativ hätte sein können. Der Fahrer des Elektrorollers hatte das Mädchen, mit einer offenbaren Beinverletzung, auch gleich wieder aufgestellt. Das war aus meiner Sicht ganz falsch, denn immerhin könnte mindestens das rechte Bein des Mädchens gebrochen gewesen sein.

Man schafft es aber das Mädchen aufzustellen, aber auf beiden Beinen konnte das Unfallopfer dennoch nicht stehen.

Unangenehm war mir aber noch aufgefallen, dass der Junge bemüht war, trotz des verletzten Beins seiner Beifahrerin, die Situation ohne Polizei und Rettungswagen aufzulösen. Das geht auch meiner Sicht gar nicht. Auch handelte es sich bei dem genutzten Elektrorollers um ein Leihgerät der Firma TIER, in solchen Fällen wäre er vertraglich verpflichtet gewesen bei einem Unfall auf jeden Fall die Polizei hinzuzuziehen. (Strafrechtlich hätte aber evtl. keine Sanktion gedroht, wenn man auf die Polizei verzichtet hätte.)

Ich teilte den Unfallbeteiligten mit, dass ich bereits den Rettungswagen angefordert hatte. Kurze Zeit später traf zunächst die Polizei, und dann auch der Rettungswagen ein. Der Unfall wurde aufgenommen, wobei zunächst davon ausgegangen war, dass das Mädchen der Unfallverursacher war. Erst später erfuhr die Polizei von dem beteiligten Autofahrer und von mir, dass das Mädchen nicht alleine auf dem Elektroroller war, und dass der Lenker der Junge war. Das änderte dann nochmal die Situation. Der Junge hatte wohl gedacht und gehofft, dass er aus der Situation so herauskommt.

Das Mädchen brachte man dann ins Krankenhaus. Obwohl des EVK nur 200-300 Meter vom Unfallort entfernt ist, soll man das Mädchen aber ins Marienhospital gebracht haben.

Zufall oder typisch in Gelsenkirchen?

Der Lenker des Elektrorollers hatte einen Migrationshintergrund, vermutlich Moslem und/oder Türke. Der Autofahrer, und auch seine Beifahrer haben ebenfalls einen Migrationshintergrund, vermutlich stammten sie aus Asien. Nur eine Person hatte keinen Migrationshintergrund, und das war die verletzte Beifahrerin von dem Elektroroller Irgendwie symbolisch, oder?

Immerhin hatte sich der Rollerfahrer am Ende doch noch anständig benommen. Als die Eltern der verletzten Deutschen am Unfallort eintraf hat er sich bei den Eltern des verletzten Mädchens noch entschuldigt. Die Eltern machten ihm aber keinerlei Vorwürfe, zumindest nicht am Unfallort. Zu dieser Zeit hatten sie aber auch noch nicht mit der verletzten Tochter gesprochen.

MEINREVIER wünscht dem Mädchen natürlich gute Besserung.


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