Eine Woche war ich im Krankenhaus. Heute wurde ich entlassen. Offenbar mindestens einen Tag zu früh, denn nach der Rückkehr wollte mein Nachbar, dass ich ihm ein Paket wegbringe, und was einkaufe.
Ich fuhr also zur Trinkhalle und habe das Paket abgegeben, anschließend fuhr ich zu unserem NETTO in der Fürstinnenstr. Das, was ich heute dort erlebt habe, und worüber ich hier berichte, ist weder typisch für NETTO, noch für diese Filiale, oder den dortigen Mitarbeiter. Es geht hier nur um den einen Mitarbeiter, den ich dort bisher noch nie gesehen hatte. Ich habe nach dem Vorfall noch eine andere Kundin angesprochen, die mir ebenfalls bestätigte, dass sie diesen Mitarbeiter auch noch nicht in dieser Filiale gesehen hatte.
Entweder kam er von einer anderen Filiale, oder er war ganz neu bei diesem Unternehmen. Nicht jeder Leser wird wissen, dass die meisten Filialunternehmen den Kassierer die
Ich habe dort also eingekauft, und bin dann mit meinem Rollstuhl zur Kasse gerollt. Ich hatte ca. 15 Teile eingekauft, und auf das Transportband an der Kasse gelegt. Da es bei NETTO keine Einkaufskörbe gibt, hatte ich die Erdbeeren und die Kirschen am Rollstuhl hängen und hatte Probleme diese vom Steuerpult des Rollstuhls auf das Kassenband zu legen. Dadurch entstand eine größere Lücke zwischen meiner anderen Ware und dem Obst. Schon dies schien dem Kassierer nicht zu gefallen.
Während der Kassierer schon die Ware scannte musste ich noch meine Geldbörse aus der Hosentasche holen, was nicht so einfach ist, wenn man im Rollstuhl sitzt. Dann holte ich die Payback-Karte aus dem Portemonnaie. Das Lesegerät für die Payback-Karte ist ziemlich hoch. Für die üblichen Kunden zwar sicherlich kein Problem, aber im Rollstuhl sitzt man deutlich niedriger, und erreicht das Gerät schlecht. Dies, schien ihm auch wieder nicht zu gefallen. Nach dem Scan der Ware meinte der
MITARBEITER: „32,50 „
Ich habe mit Karte bezahlt, und noch 20 Euro mitgenommen, also mit Karte bezahlt. Der Einkauf lag noch auf dem Band.
Bei den meisten Filialbetrieben haben die Mitarbeiter die Anweisung bei mobilitätseingeschränkten Kunden, also auch Rollstuhlfahrern, wenn nötig, beim Einpacken der Ware zu helfen. Der Kundenservice von NETTO hat mir späer am Telefon bestätigt, dass das auch für NETTO gilt. Normalerweise ist das auch bei NETTO kein Problem. Auch in dieser Filiale klappt das normalerweise. Wobei das auch von der Größe des Einkaufs abhängig ist. Wenn ich nur 1 bis 4 Teile kaufe, dann mache ich das meisten alleine, aber ich hatte ca. 15 Teile gekauft, und musste ja auch wieder meine Karten in die Geldbörse stecken, und diese musst dann auch wieder in meine Hosentasche, was im Sitzen deutlich schwerer ist, als für stehende Kunden.
Normalerweise haben die Kassierer schon ein eigenes Interesse die Ware in die gekaufte Tüte zu packen, damit sie weiter kassieren können, denn es standen ja noch weitere Kunden an der Kasse.
Dieser Mitarbeiter zeigte kein Interesse, sondern sah mir lieber zu, wie ich meine Karten und die Geldbörse verstaute. Um die anderen Kunden nicht unnötig warten zu lassen, traute ich mich also den Kassierer anzusprechen.
KUNDE: „Können Sie mir die Sachen schon mal einpacken?“
MITARBEITER: „Wie lautet das Zauberwort?“
KUNDE: „Mir liegt da eins auf der Zunge, aber das wollen Sie bestimmt nicht hören“
MITARBEITER : „Dann mach ich das auch nicht“
KUNDE: „Dann möchte ich meinen Einkauf jetzt wieder umtauschen“
MITARBEITER: „Sie meinen wohl auch, der Kunde ist König“
KUNDE: „Ja, das ist er ja auch, denn schließlich ist das mein Geld, was ich hier lasse. Und jetzt möchte ich meinen Einkauf umtauschen.“
MITARBEITER: „Sie meinen wohl, Frechheit siegt, und haben damit auch noch Erfolg.“
Er beginnt nun meine Ware einzupacken. Nach der Übergabe der Tüte, andere Mitarbeiter fragen häufig noch, ob sie mir den Einkauf am Rollstuhl anbringen sollen, wollte ich noch seinen Namen wissen, um mich über ihn zu beschweren.
KUNDE: „Wie ist denn ihr Name?“
MITARBEITER: „Den muss ich ihnen nicht nennen, wegen Datenschutz“
Ich habe dann noch eine andere Kundin angesprochen, und diese hat mir bestätigt, dass auch sie diesen Mitarbeiter vorher noch nie in der Filiale gesehen hatte.
Danach rief ich den Kundenservice an. Es dauerte zwar 10 Minuten, bis sich jemand meldete, aber dann wurde mein Anliegen aufgenommen, und auch bestätigt, dass es auch bei NETTO die Anweisung gibt, dass die Mitarbeiter bei mobilitätseingeschränkten Personen beim Einpacken des Einkaufs helfen sollen.
Nun wollen wir uns das nochmals ansehen. Hat er Recht, wenn er von mir verlangt, dass ich in Bitten muss die Ware einzupacken, damit das schneller geht?
Ist es unverschämt von mir, wenn ich ihn Frage, ob er die gekauften Sachen einpacken kann, während ich meine Karten und meine Geldbörse verstaue?
Hätte ich den Mitarbeiter ausdrücklich anbetteln müssen, das zu machen, was er laut seinem Arbeitgeber sowieso machen soll?
Wenn der Leser an der Kasse steht, dann nennt der Verkäufer den Kaufpreis. Das hat dieser Mitarbeiter auch gemacht. Ich habe noch nie gehört, dass der Verkäufer den Kaufpreis nennt, und ein „Bitte“ folgt. Von daher finde ich es unverständlich, dass er im Gegenzug von mir nicht nur ein „Bitte“ erwartet, sondern auch noch ausdrücklich fordert.
Man muss auch keinen Mitarbeiter anbetteln etwas zu machen, was dieser laut Anweisung ihres Arbeitgebers sowieso machen sollen.
Und dann auch noch seine weitere Aussage zum Thema: „Der Kunde ist König“. Ich habe den Eindruck, diese Person muss noch wirklich viel lernen. Im Moment finde ich, ist diese Person an dieser Position völlig überflüssig. Und wenn er noch in der Probezeit ist, möchte ich daran erinnern, dass eine Probezeit verdammt schnell vorbei sein kann.
NACHTRAG:
Am Samstag war ich erneut bei NETTO. Der Mitarbeiter war nicht da. Ich habe einen Mitarbeiter angesprochen der schon länger dort beschäftigt ist. Ich habe ihm erzählt, dass ich mich am Vortag beim Kundendienst über einen Kollegen beschwert habe. Er wollte wissen, um welchen Kollegen es sich handeln würde. Der Name war mir ja nicht bekannt. aber es meldete sich eine Kollegin zu Wort. Dieser war der Vorfall und der Name des Mitarbeiters bekannt. Sie teilte mit, dass sie das am Freitag bereits ihrem Chef gemeldet hatte.
Wie sie das erfahren hat, ist mir allerdings nicht bekannt. Über den Kundenservice kann es noch nicht gewesen sein, denn der Kundenservice informiert normalerweise den Gebietsleiter, und nicht die Filiale.